Ich schreibe, das ist ein Ventil. Wenn ich traurig bin und weinen muss, dann schreibe ich. Wenn es mir gut geht, dann habe ich wichtigeres zu tun. Somit ist das einzig und allein eine Therapieform. Ich denke auch nicht sonderlich über den Schreibstil oder andere Stilmittel nach, ich gebe eher Berichte über mein Befinden ab.
Es geschieht auch, dass ich allgemeine Themen anschneide, aber das ist eigentlich nicht mein ureigenster Sinn. Ich will mich wichtig machen, ich hoffe, dass es irgendjemand von den Millionen auf der Welt in irgend einer Weise interessiert. Aber ich werde nichts ändern, nur damit ich die Hoffnung nähren kann, dass mich ein paar Menschen mehr lesen.
Ich werde ich sein, und wenn ich auf etwas scheisse und dieses Wort niederschreibe, dann meine ich auch Scheisse und stehe auch dazu. Ich habe mal Abitur gemacht und war sogar mal an der LMU München eingeschrieben. Ich sagte nicht, dass ich studiert habe, denn meine Lebenserfahrung habe ich von der Strasse in dem Sinne, dass ich nicht auf der Strasse gestanden bin, aber ich habe meine Erfahrungen auf der Strasse gemacht, im Drogensumpf Münchens in den achtziger Jahren.
Also, ich zwinge niemanden dazu, meine Scheisse zu lesen, allein wer es tut, soll sich anständig benehmen bei Kommentaren, denn es geht nicht, dass jeder einfach macht, was er will, so wie ich. Wir brauchen auch einen gewissen Satz an Normopathen, die positiverweise wenigstens für ein bisschen Recht und Ordnung sorgen in unserem wunderbaren Land. Schade ist nur, dass auch Normopathen Hitler möglich gemacht haben, nicht die ausgeflippten Jazzmusiker und andere entartete Künstler. Dass es hier immer noch mieft, dass merke ich seit dreissig Jahren, der Faschismus ist nicht allzu sublim, man muss nur ein bisschen aufmerksam sein, sogar unser Aussenminister hat diese Tour gefahren, als er die letzten Deppen der Nation gegen die HartzIV-Empfänger mobilisieren wollte.
Also immer gut 8 geben, dass wir nicht wieder in eine wie auch immer geartete Diktatur reinrutschen, ich weiss, dass es viele potentielle Mitläufer und Schreibtischtäter geben würde. Die nur darauf warten, dass auf Grund der eigenen Schwäche ein halbwegs starker Mann kommt, der Komanndos gibt, so dass man eine Verantwortung für sich selber leicht negieren kann.
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