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15 Juli 2010

Mein Geldbeutel ist weg! Glück im Unglück

Vor zwei Wochen habe ich meinen Geldbeutel verloren, ganz üble Geschichte. Ich bin Donnerstag Abend zur S-Bahn an der Donnersberger Brücke gelatscht und wollte mir an dem Süssigkeitenautomaten noch was kaufen. Ich holte meinen Geldbeutel aus der Hosentasche raus, leider war kein Geld mehr drin, also auch keine Süssigkeiten mehr, schade. Die S-Bahn fuhr ein und ich stieg ein, gleichzeitig steckte ich den Geldbeutel wieder ein. Nein, falsch, ich steckte ihn eben neben die Tasche, er fiel runter und ich bemerkte in meiner Prallheit nichts.

Bemerkt habe ich es dann erst am nächsten Morgen, als ich für das Frühstück einkaufen wollte. Kein Geldbeutel, ich fiel gleich in eine mittlere Depression. Es war zwar kein Geld im Geldbeutel gewesen, aber mein Ausweis, mein Führerschein, mein Fahrzeugschein, mein München-Pass, meine ec-Karte und noch mein Bibliotheks-Ausweis. Das kommt insgesamt auch ganz schön teuer und es ist eine wahnsinnige Rennerei von Behörde zu Behörde. Jeder weiss, wie nervenaufreibend es auf den Ämtern ist, das braucht man nicht einmal ein HartzIV-Empfänger sein. Die Meldeämter sind auch recht gemütlich, bei der KfZ-Zulassungsstelle wird auch ganz genau nach Vorschrift gearbeitet. Für mich war die Welt auf jeden Fall schon wieder mal untergegangen, das Wochenende stand bevor und sah nur die Kosten, vor allem was Fahrgeld auch für Nicolas am Wochenende anging. Es bewahrheitet sich, wenn man schon mal unten ist, dann kommt es dicke.

Das Wochenende verlief trotzdem wunderbar für uns und langsam hatte ich den Verlust verwunden. Ich wollte am Montag gleich alle Fundämter abklappern und notfalls schonmal anfangen, die Dokumente wiederzubeschaffen. Aber alles lief anders, denn ich loggte mich auf Facebook ein und schaute in den Posteingang, wo eine Mail von einem Unbekannten eingegangen war. Der teilte mir mit, dass er meinen Gelbeutel gefunden hatte in der S-Bahn. Ich war glücklich wie eine Horde Kinder ohne Aufsicht, keine Rennerei, keine unnötigen Kosten, die ich gar nicht bestreiten hätte können. Es war arg genug, dass ich von Freitag bis Dienstag 30 Euro nur für den blöden MVV zahlen musste. Dies ist aber auch kein Vergleich zum Verlust des Geldbeutels gegeben.

Auf jeden Fall habe ich wieder mal am eigenen Leib erfahren, dass es noch genug aufrichtige Menschen gibt. Es war wohl auf jeden Fall von Vorteil, dass nunmal kein Geld im Geldbeutel war, da haben die Leute doch noch mehr Skrupel, ihn einfach wegzuschmeissen. Ich danke dem ehrlichen Finder nochmals auf diesem Wege, er hat mir ein gutes Stück Vertrauen in mich und in andere wiedergegeben.
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